Den Bewerbungsprozess vereinfachen? Gerne! Nur wie?

Bewerbungsprozess vereinfachen

Warum sollte ich denn den Bewerbungsprozess meines Unternehmens überhaupt vereinfachen? Was ist denn so schwer daran, ein Anschreiben, einen Lebenslauf und sein Zeugnis per Mail zu schicken und abzuwarten? Vorsicht: So solltest du als Personaler nicht mehr denken! Wir erklären dir, warum du es deinen Bewerbern am besten so einfach wie möglich machst und wie du euren Bewerbungsprozess vereinfachen kannst!

Personaler müssen umdenken

… denn die Zeiten haben sich geändert. Bewerber tun längst nicht mehr alles, um eine Stelle in einem Unternehmen zu bekommen. Und lassen auch nicht mehr alles mit sich machen. Tausend Dokumente hochladen? Ewig auf eine Antwort warten? Da schauen sich viele Kandidaten doch einfach nach einer anderen Stelle um. Und werden dort auch mit offenen Armen empfangen. Denn der Mangel an Fachkräften ist mittlerweile überall ein Problem. Gute Bewerber werden also händeringend gesucht – und das ist ihnen auch klar. Damit sich also möglichst viele Kandidaten bei deinem Unternehmen bewerben und nicht schon während der Bewerbung wieder abspringen, solltest du den Bewerbungsprozess so einfach wie möglich gestalten. Wenn man jetzt nur wüsste, was sich Kandidaten denn von einem gelungenen Bewerbungsprozess wünschen würden…

Was wollen Bewerber, was wollen Personaler?

Eine Bewerbungsstudie von Indeed analysierte die Wünsche und Vorstellungen von Bewerbern und Personalern – und kam zu dem Ergebnis, dass hier riesige Unterschiede bestehen! So finden 69% der Personaler ein Anschreiben wichtig, um die Ausdrucksfähigkeit eines Bewerbers zu beurteilen und 45% sehen dieses als eine notwendige Fleißaufgabe. Allerdings haben die Hälfte der Bewerber eine sehr deutliche Meinung zu Anschreiben: Bei einer Bewerbung kostet das Anschreiben einfach die meisten Nerven! 42% der Befragten haben schon einmal einen Bewerbungsprozess abgebrochen, weil dieser zu kompliziert war – der Aufwand des Anschreibens spielt da sicherlich auch mit hinein. Ein weiterer kritischer Punkt: das Feedback zum Status der Bewerbung. Über die Hälfte der befragten Unternehmen (60%) informiert seine Bewerber nicht über den aktuellen Stand der Bewerbung. Allerdings würden sich 99% der Bewerber eine solche Rückmeldung wünschen. Besonders Personaler sollten solche Erkenntnisse nicht einfach ignorieren. Denn so gehen einem Unternehmen nicht nur talentierte Bewerber durch die Lappen – auch ein gutes Employer Branding sieht definitiv anders aus! Denn das beginnt schon beim Bewerbungsprozess.

Gutes Employer Branding beginnt beim Bewerbungsprozess

Pack es an – mach deinen Bewerbungsprozess einfacher!

Braucht es noch mehr gute Argumente, den Bewerberprozess zu vereinfachen? Leg am besten gleich los! Wir haben ein paar Tipps für dich und dein Bewerbungsmanagement, die du schnell umsetzten kannst:

1. Stellenausschreibungen aktualisieren

Stellenausschreibungen sollten immer aktuell sein und die Anforderungen sehr genau beschreiben. Denn sowohl Personaler als auch Bewerber wollen keine Zeit damit verschwenden, sich um Bewerbungen auf unpassende Stellen zu beschäftigen.

2. Anschreiben überdenken

Klar, ein Lebenslauf gehört einfach zu einer vollständigen Bewerbung dazu. Aber ein Anschreiben? Laut einer Studie des Portals Monster und dem Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universität Bamberg würden 32,4% der Kandidaten gerne auf so ein Anschreiben verzichten. Und sind wir ehrlich: Welches Anschreiben ist denn nicht kopiert oder von einer anderen Person geschrieben, die es besser drauf hat als man selbst? Viele große Unternehmen wie Lufthansa oder Rossmann wollen deshalb in Zukunft schon auf Anschreiben verzichten. Außerdem lässt sich die Motivation eines Bewerbers vielleicht ja auch besser direkt im Bewerbungsgespräch testen. Letztendlich muss jedes Unternehmen selbst entscheiden, aber eine Überlegung ist es auf jeden Fall wert.

3. Go online!

Was kann man denn heute nicht mehr auch einfach online machen? Digitalisierung sollte es auch im Bewerbungsprozess geben. Denn die meisten Kandidaten suchen online nach Stellenanzeigen. Deshalb lautet das Zauberwort: E-Recruiting, also das Recruiting über elektronische Medien und Personalsysteme. Der Vorteil? Online-Bewerbungen gehen einfach schneller – für Bewerber und für Personaler. Außerdem machen einheitliche Formulare Bewerbungen später besser vergleichbar und erleichtern damit die Vorauswahl. Natürlich kann auch ein Online-Bewerbungsverfahren kompliziert werden – was es nicht sein sollte. Achte deshalb darauf, dass euere Karriereseite übersichtlich ist und alle nötigen Informationen enthält. Es sollte für den Kandidaten außerdem möglichst einfach sein, Kontakt mit dem Unternehmen aufzunehmen. Und: Jeder ist genervt, wenn er bereits die Hälfte der benötigten Felder ausgefüllt hat und diese aber nicht speichern kann. Anstatt noch einmal von vorne anzufangen, schaut man sich schnell mal nach einer Stelle um, bei der man sich einfacher bewerben kann.

Bewerbungsprozess muss an die Bewerber angepasst werden

4. Kommuniziere mit deinen Bewerbern!

Lange Wartezeiten nerven doch schon beim Arzt, beim Supermarkt oder in irgendeiner Warteschleife am Telefon! Dann auch noch lange auf eine Antwort bei der Bewerbung warten? Nein, danke! Für den Personaler ist es ein relativ kleiner Aufwand, eine vorformulierte Mail abzuschicken, die den Kandidaten über den Stand seiner Bewerbung informiert. Für den Bewerber ist das allerdings eine sehr wichtige Info und ein Zeichen dafür, dass sich um seine Bewerbung auch gekümmert wird.

Wie sieht die Zukunft des Bewerbungsprozesses aus?

Die Antwort ist: einfacher und digitaler! Schon jetzt sind beispielsweise One-click – oder Videobewerbungen auf dem Vormarsch. Auch Mobile-Recruiting wird immer wichtiger. Denn so können geeignete Kandidaten bequem auf ihrem Smartphone nach Jobs suchen, sich online bewerben und vielleicht sogar das Vorstellungsgespräch per Smartphone über Skype erledigen. Viel Zeit wird in Zukunft auch Robot Recruiting sparen: Chatbots können Bewerbern erste, allgemeinere Fragen zu Arbeitszeiten, Weiterbildungsmöglichkeiten oder Home Office beantworten. Und auch Recruiting Softwares können den Bewerbungsprozess beschleunigen, wenn sie automatisch einheitliche Formulare vergleichen und analysieren. Im Hinblick auf den sich wandelnden Arbeitsmarkt sollten Unternehmen außerdem über die Methode des Active Sourcing nachdenken: Hier bemühen sich Kandidaten aktiv um passende Bewerber und bieten ihnen offene Stellen an. Natürlich muss man auch nicht allen Recruiting-Trends folgen. Aber seinen Bewerbungsprozess etwas einfacher und effektiver zu gestalten (egal wie), lohnt sich allemal!

Das könnte dich auch interessieren: