Das musst du wissen, um ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch zu führen

Tipps zum Bewerbungsgespräch führen

Vielleicht bereitest du dich gerade auf dein erstes Bewerbungsgespräch vor, dass du führen musst. Dann bist du vermutlich nervöser als dein Bewerber. Vielleicht möchtest du aber auch deine Skills in Sachen Vorstellungsgespräch etwas auffrischen. Wir haben für dich einen Guide zusammengestellt: Vom Leitfaden über Beispielfragen bis zu No-Gos. Los geht’s!

Ein Vorstellungsgespräch ist eine Herausforderung – nicht nur für den Bewerber

Jedes Bewerbungsgespräch ist etwas Neues und keines ist wie das andere. Jedes Mal hast du eine neue Person mit einem neuen Lebenslauf, neuen Erfahrungen und neuen Fähigkeiten vor dir sitzen. Wer ein Bewerbungsgespräch führen muss, sollte sich also auf jeden Bewerber individuell vorbereiten. Vor dir steht schließlich eine große Aufgabe: Du musst jemanden für die ausgeschriebene Position finden, der langfristig in dein Unternehmen und vor allem auch ins Team passt. Die richtige Entscheidung zu treffen ist nicht leicht.

Du willst ein Bewerbungsgespräch führen? Das sind deine To-Dos

  • Bestimme weitere Teilnehmer und stimme dich mit ihnen ab
  • Lege einen Termin fest
  • Lade den Bewerber ein und informiere ihn über den Zeitpunkt, Ort und Gesprächsteilnehmer
  • Reserviere einen Raum
  • Bereite dich auf den Bewerber vor: Unterlagen durchsehen, Fragen notieren, Interviewleitfaden erstellen
  • Lege fest, wer die Hauptführung des Gesprächs übernimmt
  • Bereite den Raum vor: Getränke bereitstellen, lüften, aufräumen, Sitzordnung festlegen, Unterlagen bereitlegen
  • Achte darauf, dass alle pünktlich eintreffen – vor dem Bewerber

Step by Step – Ein Leitfaden für das Bewerbungsgespräch

1. Einführungsrunde

Nach der Begrüßung steigst du am besten mit Smalltalk ins Gespräch ein. Das gibt allen Beteiligten die Möglichkeit, nochmal kurz durchzuatmen und in der Situation anzukommen. Dafür eignet sich das viel zu heiße Wetter genauso wie die katastrophale Parkplatzsituation vor der Tür. Anschließend stellst du alle Anwesenden vor und gibst einen kurzen Ausblick auf den Ablauf des Gesprächs. Versuche eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, damit sich der Bewerber so wohl wie möglich fühlt. Das ist die Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Gespräch.

2. Das Interview

Dann geht es auch schon ans „Eingemachte“. Selbst wenn der Bewerber in der Rolle des Befragten steckt, solltest du vermeiden, dass das Gespräch zu stark in eine Art Verhör ausartet. Stelle gezielte Fragen, um mehr über die Biografie, die Motivation, das Know-how und die Erfolge des Bewerbers zu erfahren. Ergänze deine Fragen aber gerne durch kurze Sequenzen, in denen du erzählst, wie bestimmte Dinge im Unternehmen ablaufen oder in dem du kurze Erläuterungen gibst. Am Ende sollten alle deine notierten Fragen beantwortet sein.

3. Job- und Firmenvorstellung

Jetzt bist du an der Reihe: Stelle dem Bewerber dein Unternehmen, das Team und die ausgeschriebene Position vor. Dabei solltest du keine Dauerwerbesendung abspulen, sondern ganz ehrlich erklären, was die Person erwartet. Ist die Stelle beispielsweise auf ein Jahr befristet? Dann erläutere dies proaktiv. Wer ein Bewerbungsgespräch führt, muss auch mit negativen Aspekten umgehen können.

4. Fragerunde

Nun kann der Bewerber den Spieß umdrehen und dir seine offenen Fragen stellen. Häufig hat sich ein Großteil schon im Laufe des Gesprächs geklärt. Sollten noch Fragen ungeklärt sein, beantworte diese offen und ehrlich. Es bringt nichts Punkte zu beschönigen, über kurz oder lang wird der Bewerber dahinterkommen.

5. Abschlussphase

Last but not least muss geklärt werden, wie es jetzt weitergeht. Wer meldet sich bis wann und bei wem? Besteht überhaupt weiterhin Interesse an der Position? In diesem Teil des Gesprächs ist außerdem Platz, die formalen und vertraglichen Rahmenbedingungen wie Urlaub, Gehalt und Co. zu klären. Je nach Bewerbungsprozess kann dies natürlich auch auf ein nächstes Gespräch verschoben werden. Dann bist du an der Reihe, dem Jobanwärter für seine Zeit zu danken und ihn zur Tür zu begleiten.

10 Fragen, die du beim Vorstellungsgespräch stellen kannst

Wo sehen Sie sich in 10 Jahren? Was sind Ihre Stärken und was sind Ihre Schwächen? Diese Fragen kann doch kein Bewerber mehr hören. Sie gehören mittlerweile zum Standardrepertoire und so hat dein Gegenüber garantiert schon eine auswendig gelernte Antwort parat. Das bringt dich auch nicht weiter. Wie wäre es also mit diesen Fragen?!

  • Wie haben Sie von diesem Job erfahren?
  • Was genau hat Sie an der Stelle fasziniert?
  • Was denken Sie, werden Ihre Aufgaben sein?
  • Welche Aufgaben übernehmen Sie in Ihrem derzeitigen Job?
  • Welche Aufgaben aus der Stellenbeschreibung haben Sie noch nie ausgeübt?
  • Womit waren Sie besonders erfolgreich? Womit waren Sie weniger erfolgreich?
  • Warum wollen Sie sich verändern?
  • Was erwarten Sie sich von dieser Position?
  • Nennen Sie die wichtigsten Punkte aus Ihrem Lebenslauf im Bezug auf diese Stelle?
  • Welche negativen Punkte hat die zu besetzende Stelle aus Ihrer Sicht?

 
Tipps zum Vorstellungsgespräch führen

Persönlich oder doch lieber digital? Eine Studie zum Jobinterview

CareerBuilder hat 2017 zusammen mit der Macromedia Hochschule 1.465 14- bis 65-Jährige zu ihren Erfahrungen im Hinblick auf Jobsuche, Bewerbung und Bewerbungsprozess befragt. Ihre Ergebnisse haben sie in der Studie „Abenteuer Jobsuche“ zusammengefasst.

Unter anderem wurden die Studienteilnehmer dazu befragt, in welcher Form sie ein Bewerbungsgespräch bevorzugen. Das Ergebnis: überraschend! Die Mehrzahl ist auch heute noch ein großer Fan des persönlichen Bewerbungsgesprächs. Am schlechtesten schneidet das Videointerview ab.

Art des Interviews

Gesamt

Gefällt mir gut

Gefällt mir nicht

Persönliches Bewerbungsgespräch71,64%86,97%3,78%
Telefonisches Bewerbungsgespräch41,18%43,07%46,85%
Assessment Center26,68%26,47%61,76%
Videointerview per Skype7,35%19,12%67,86%

Wie führe ich ein Bewerbungsgespräch? So auf jeden Fall nicht!

Jetzt sind wir auch schon am Ende dieses Artikels angekommen und wir hoffen, wir konnten dich mit unseren Tipps und Tricks unterstützen. Nun bist du an der Reihe, das Gelernte umzusetzen. Zum Schluss wollen wir diese Anekdoten der Studienteilnehmer nicht vorenthalten. Diese wurden im Rahmen der Studie nämlich auch nach ihren Interview-Highlights gefragt. Das Ergebnis: Drei Beispiele, wie du ein Bewerbungsgespräch nicht führen solltest!

„Der Fachabteilungsleiter ließ mich ewig warten, weil er mit einem Kollegen über das Abendessen mit seiner Frau geredet hat, in meinem Beisein.“

„Ein heißer Sommertag – vor mir 4 Personen – alle hatten Getränke auf dem Tisch – auf meinem Tisch stand nichts.“

„Frage: Welches Auto würden Sie sich morgen kaufen? (Übrigens: Es ging nicht um einen Job in der Automobilbranche)“

Konnten wir dich bei deiner Arbeit unterstützen? Wir hätten noch mehr für dich: Eine Software, die Schwung in die Personalverwaltung bringt! Urlaube, Arbeitszeiterfassung und digitale Personalakte in einer Lösung. Mach Schluss mit komplizierten HR-Prozessen und teste absence.io 30 Tage kostenlos!
 

Diese Artikel könnten dir gefallen: